SÜDDEUTSCHER CLUB LANGHAAR e.V.

VGP 2010 am 25./26. September in den Revieren um Ebrach und Schlüsselfeld

Nein, es war kein schönes Wetter am letzten Septemberwochenende, an dem unsere Hunde ihre Meisterprüfung ablegen sollten. Vor allem am ersten Prüfungstag regente es in Strömen. Treffpunkt war das Suchenlokal, der Gasthof "Schwarzer Adler" in Schlüsselfeld. Acht Gespanne waren der diesjährigen Einladung gefolgt. Suchenleiter Robert Haas begüßte die Hundeführer, die Richter und Anwärter und bedankte sich gleich im Vorfeld für die Bereitschaft, zum Gelingen der Prüfung beizutragen.

Bereits im Suchenlokal wurde die Zuteilung der Richter zu den einzelnen Waldfächern vorgenommen. Dann wurden die "Laufzettel" verteilt, damit jeder wußte, welcher Hund in welcher Reihenfolge an den einzelnen Stationen geprüft wird. Diese Laufzettel wurden von allen Beteiligten etwas argwöhnisch betrachtet. Das soll funktionieren?
Eins gleich vorneweg: Der minuziös ausgearbeitete Plan kam stark ins Wanken, nachdem die Schweißfährten viel Zeit in Anspruch genommen haben. Trotzdem war diese Planung und das umsichtige Eingreifen des Suchenleiters Robert Haas sicherlich der Garant für einen reibungslosen und geordneten Verlauf der Prüfung.
Dann ging's los. Nach dem Abrücken aus dem Suchenlokal traf man sich auf dem Parkplatz im Forstbetieb Ebrach. Unser Erster Vorsitzender Norbert Wirsing begrüßte alle kurz im Namen des SCL.

Trotz des schlechten Wetters waren auch einige Besucher gekommen, um den Verlauf der Prüfung zu beobachten. Mit dabei, sozusagen als "Schirmherren" waren auch der ehemalige Zuchtwart und Ehrenmitglied im SCL, Richard Schmidt und Willi Probst.
Dann ist es soweit: Die Prüfung beginnt mit "Fuchs über Hindernis". Noch ist die Anspannung riesig. Wird der Hund es schaffen?
Kein Problem! Alle Hunde meistern ihre Aufgabe ohne nennenswerte Schwierigkeiten.
Bei der anschließenden "inszenierten" Treibjagd hat der eine oder andere Hund nicht die nötige Ruhe. Das kostet Punkte. Trotzdem: Alle noch dabei !

Im Bild unten: Anka vom Rothsee und Akim vom Rothsee. Nicht aufregen ! Wir schaffen das schon !!

Nun rücken wir zu den einzelnen Waldfächern ab.
Gleich ist Anka vom Rothsee mit der Schweißfährte dran. Doch das Gespann vor uns braucht viel Zeit. Das Warten wird lang, aber alles hat geklappt - bestanden.
Bei uns läuft es nicht viel besser: Erster Haken, erster Abruf, der Abschnitt zwischen dem ersten und zweiten Haken ist schlichtweg eine Katastrophe, wie ich sie bisher nicht kannte. Ich fühle mich wie "Ein Männlein steht alleine mit Hund...". Dann der zweite Haken und ruckzuck sind wir beim Stück. Jetzt nur noch Bringselverweisen - Anka packt auch das, mit kleinem Umweg, aber sonst ganz o.k.
Fazit: Fast alle, auch die erfahrenen Hundeführer hatten Riesenprobleme beim Schweiß, zwei Gespanne sind sogar ausgeschieden.

Die nächste Station: Wasserarbeit
Der Hund muss mindestens einmal quer über den Weiher, um die begehrte "4" , also die höchste Punktzahl zu erreichen, . Ein ganz schönes Stück Arbeit, aber dank der Wasserfreude unserer Langhaar, ist das für fast alle kein Problem.

Anschließend wird die Schussfestigkeit am Wasser geprüft, das meistern die Hunde perfekt.
Auch das "Verlorensuchen aus dem tiefen Schilfwasser" bedeutet für die Hunde keine nennenswerten Hürden mehr. Wow - damit wäre die Wasserarbeit geschafft.

Anka vom Rothsee, ihr Führer und die beiden Richter Jürgen Schicker und Norbert Wirsing.

Schließlich steht noch eine Station aus: Die kleinen Waldfächer. Auch sie wurden gut gemeistert.
Unser Ehrenvorsitzenden Hans Geyer hat vom Regiestuhl aus alles voll im Blick. Sein Kommentar zu einem Hundeführer bei der Prüfung der Leinenführigkeit: "Hör' auf zu tanzen, des langt!"
Und da ist das "Dream Team" für die kleinen Waldfächer komplett:
Die Richter Klaus Hildebrandt, Christian Schmidt und Hans Geyer.

Nervenanspannung ist angesagt bei der Fuchsschleppe: kommt sie oder kommt sie nicht?
Ah - sie kommt und gibt schön aus. So passts.

Die Richtergruppe bei den Schleppen von links nach rechts:
Jürgen Ditz, Ute Ehebauer, Gerhard Keck, Uwe Meißner, Roland Ostheimer und Richteranwärter Harald Mayer

Bei der Haarwildschleppe hat ein Führer Pech, sein Hund nimmt zwar auf, kommt dann aber ohne Stück zurück. Beim zweiten Schicken bringt er zwar, ausgeschieden ist er trotzdem. Kopf hoch, denn wie sagt immer der Sämmer Hans: "Wenn Du noch so viel Prüfungen bestehen musst, wie ich schon durchgefallen bin....."

Dann ist der erste Tag geschafft. Etwas abgespannt aber doch rundherum zufrieden sitzen wir im Suchenlokal. Alle melden sich zurück beim Suchenleiter, die Ergebnisse werden zusammengeschrieben.

Anwärterin Michaela Kämmerer, Hauptzuchtwart Leo Schmieg
Neben Leo Schmieg sitzt Urgestein Hans Sämmer, gegenüber Ehrenmitglied Richard Schmidt und Willi Probst.

Der zweite Tag beginnt wieder im Suchenlokal. Die Anspannung ist den meisten noch anzumerken. Doch nach einem ausgiebigen Frühstück sind alle wieder fit.
Die Feldgruppen werden eingeteilt. Nachdem am ersten Prüfungstag drei Hunde ausgschieden sind, werden die sechs verbliebenen Gespanne in drei Gruppen eingeteilt.

Am zweiten Tag hat der Regen aufgehört. Zumindest von oben ist es trocken und ab und zu zeigt sich sogar die Sonne. Hundeführer und Richter machen sich auf zum zweiten Prüfungsteil. Diesmal sind wir im Feld in den Revieren Thüngfeld, Heuchelheim und Schlüsselfeld. Gummistiefel anziehen und auf geht's !

In unserer Gruppe beginnen wir mit der Federwildschleppe. Kein Problem, es geht alles glatt.
Die ersten Suchengänge zeigen, es ist Wild vorhanden, anders als vom Revierführer erwartet, allerdings nicht in der gewohnten Stückzahl. Schuld daran dürfte der viele Regen gewesen sein, Welche Hasen mögen schon nasse Sassen? Auch die Hühner liegen an anderen Plätzen als gewöhnlich.
Im Bild hier Kira von der Riedleite, geführt von Alfons Reiner.
Im Bild unten: Anka vom Rothsee

Fertig mit der Suche gehen wir zum freien Verlorensuchen. Beide Hunde meistern es mit voller Punktzahl.
Hier im Bild Richter Anwärter Michael Osberger, Richter Bernhard Gleich und Alfons Reiner.
Unten im Bild Kira von der Riedleite, geführt von Alfons Reiner.

Ein paar Vorstehleistungen werden noch benötigt, auch das ist nach zwei, drei kurzen Suchen erledigt. Für unsere Gruppe ist damit die Prüfung zu Ende. Geschafft ! Die Hunde werden im Auto verstaut, und ab geht's ins Suchenlokal.

Zurück im "Schwarzen Adler" in Schlüsselfeld müssen wir erst noch auf die anderen Feldgruppen warten, Zeit, um endlich eine verdiente Stärkung zu genießen . Dann sind die Richter an der Reihe: Die Ergebnisse müssen zusammengefasst, die Preisverteilung vorbereitet werden.

Alle Ergebnisse sind ausgewertet: Suchenleiter Robert Haas kann sie endlich bekannt geben.
Suchensieger wurde Ella von der Königsfilzen mit 336/Ia Punkten, geführt von Ursula Schneider. Herzlichen Glückwunsch und ein kräftiges Waidmannsheil!

Die VGP 2010 haben außerdem bestanden:
KIra von der Riedleite mit 318/III Punkten
Akim vom Rothsee mit 318/III Punkten
Anka vom Rothsee mit 318/III Punkten und Horneth von Buchheim mit 305/III Punkten

Robert Haas gratulierte allen Hundeführern zu den erbrachten Leistungen, bedankt sich bei den Hundeführern und Richtern und wünscht allen einen guten Nachhauseweg.
Der erste Vorsitzendem, Norbert Wirsing, schließt sich diesen Dankesworten an und bemerkt, dass es doch mittlerweile viele gibt, die eine Prüfung dieser Art für nicht mehr zeitgemäß und überflüssig halten. Er dagegen ist der Meinung, dass eine VGP erst die vielseitige  Verwendbarkeit unserer Hunde zeigt.
Hauptzuchtwart Leo Schmieg ergänzt, dass bei einer solchen zweitägigen Prüfung sowohl die körperliche als auch die psychische Belastbarkeit eines Hundes auf den Prüfstand kommt. Das wiederum lässt sehr gute Rückschlüsse für die Verwendung in der Zucht zu.

Bevor wir auseinander gehen, stellen sich noch alle zum Gruppenbild auf. VGP 2010 beim Süddeutschen Club Langhaar in den Revieren um Ebrach.

Helmut Scheuerlein

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