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| Es herrscht eine ganz besondere Atmosphäre in den Bayerischen Saalforsten rund um das kleine Örtchen Unken. Rund 20 000 Hektar Wald besitzt der Bayerische Staat hier, sozusagen mitten in Österreich, alles Hochgebirgswald. Dem Leiter des Forstbetriebes, Forstdirektor Hans Sleik, ist es zu verdanken, dass der SCL an diesem schönen Fleckchen Erde nun seit 13 Jahren seine Verbandsschweißprüfung ausrichten kann. Und wie jedes Jahr war sie auch diesmal ein Erlebnis der besonderen Art, wie immer perfekt organisiert von Suchenleiter Robert Haas. | |
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Robert Haas und die Richter sind schon am Donnerstag angereist. |
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Am Freitag werden die letzten Vorbereitungen getroffen und die 20 Stunden Fährten gelegt. Das Gelände ist steil, Auf- und Abstieg schwierig, Hochgebirge eben. Gemeldet sind vier Hunde, für 20 und 40 Stunden Schweißfährte und für eine 40 Stunden Fährtenschuh - Fährte. Seit fünf Jahren wird in Unken auch eine Fährtenschuhprüfung durchgeführt. |
| Dann ist es Freitag Abend, 18:00 Uhr: Der offizielle Starttermin für die diesjährige Verbandsschweißprüfung. Es beginnt ganz harmlos mit einem fröhlichen Grillabend. Robert Haas und Hans Sleik haben sogar Musikanten organisiert. Nach und nach treffen alle ein: | |
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| In der großen Stube findet jeder einen Platz. Kalt ist es hier keinem mehr, denn der Kachelofen sorgt für Treibhaustemperaturen. Draußen hat das Wetter umgeschlagen, es regnet in Strömen. Eines ist jetzt schon sicher, Schweiß werden wir morgen auf den Fährten nicht mehr finden. | |
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| Die Stimmung ist super, dafür sorgen nicht zuletzt die beiden Musikanten aus Unken. Der Lautstärkepegel steigt und nicht selten versteht man sein eigenes Wort nicht mehr. Doch dem fröhlichen Beisammensein tut das keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. | |
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| Bei soviel Spass und guter Laune vergisst man fast, dass morgen eine schwierige Prüfung zu meistern ist. Vielleicht ist das ganz gut. Dann legt sich wenigstens die Nervosität. | |
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| Während wir drinnen schwitzen, brutzelt vor der Hütte der Grill mit fränkischen Köstlichkeiten. Im großen Brunnen vor dem Haus werden Wein und Bier auf die richtige Trinktemperatur gekühlt. | |
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| Dabei sind viele bekannte Gesichter des SCL: Heinz Geubtner natürlich, der Obmann für das Prüfungswesen, daneben Richteranwärter Sepp Maier. Seit Jahren dabei: Walter Dobner, ein Urgestein beim SCL und schon viele Jahre Richter. |
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| Richterin Hanna Kern und Joachim Janisch, unser zweiter Vorsitzender. | |
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| Suchenleiter Robert Haas mit seiner Tochter und Hans Sämmer, ein besonders verdienter Züchter beim SCL und so weiter und so weiter.... | |
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| Doch schließlich sind wir nicht nur zum Feiern nach Unken gekommen. Am nächsten Morgen wird es ernst. Der Regen hat aufgehört, die Sonne scheint, aber es ist nicht zu heiß, beste Bedingungen für die Hunde. Um 06:30 aufstehen und alle gehen noch eine Runde mit dem Hund. Um 07:30 ist der offizielle Beginn: Abgabe der Ahnentafel, Richterbesprechung, und dann die offizielle Begrüßung zur 13. Verbandsschweißprüfung und 5. Verbandsfährtenschuhprüfung 2010, ganz stilgerecht mit Hörnerklang. |
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Suchenleiter Robert Haas erläutert die Einzelheiten zum Ablauf der Prüfung und teilt die Gruppen ein. Es wird zwei Gruppen geben. Spätestens jetzt sind alle hellwach. |
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| Die Fährten werden ausgelost. Die ersten Gespanne machen sich auf den Weg. Fährte Nummer 6 ist eine 20 Stunden Fährte. Jetzt gilt nur noch eines: Ruhe bewahren und die Nervosität in Griff kriegen. Der Hund ist bereit und Richterobmann Heinz Geubtner erklärt noch einmal den Prüfungsablauf. Selbstverständlich hört auch der Hund genau zu. |
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| Der Anschuss ist mit einem Bruch markiert. Zunächst, erklärt Richter Anwärter Sepp Maier, ist das Stück geradeaus nach oben geflüchtet. Der Anschuss wird untersucht, der Hund schaut aufmerksam zu und kommt langsam und neugierig näher: | |
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| Die ersten Meter auf der Fährte, die Richter folgen im HIntergrund | |
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| Die Fährte führt durch dichtes Brombeer Gestrüpp, doch der Hund lässt sich dadurch nicht beirren, er hat sich fest gesaugt und arbeitet sicher auf der Spur. Für den Hundeführer ist das nicht immer ganz so einfach. Dann der erste Verweiser - so ist es brav ! |
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| Insgesamt wurden 6 Verweiser und zwei Wundbetten in die Fährte eingearbeitet. Für den Hundeführer sind sie ein sicheres Zeichen, dass der Hund auf der richtigen Spur ist. | |
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| Weiter geht's. Die Arbeit ist anstrengend, denn das Gelände ist teilweise steil und unwegsam. Wir legen eine kleine Pause ein. | |
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| Am nächsten Haken wird es schwierig. Jetzt heißt es, nicht nervös werden und Ruhe bewahren. Wir machen noch einmal eine kleine Pause, um wieder ruhig zu werden. |
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| Das hilft, der Hund arbeitet konzentriert weiter. Man sollte doch vielmehr auf den Hund hören, ihm einfach mehr Vertrauen schenken und ihn nicht immer wieder ausbremsen. | |
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| Der Hund bei der Arbeit. Die Richter folgen dem Gespann. | |
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| Dann zieht der Hund an, er ist fasst nicht mehr zu bremsen. Hinter dem hohen Farnkraut liegt das Wild. Wir sind am Stück, geschafft, ohne Abruf. Ein sehr emotionaler Moment ! Wir haben 35 Minuten gebraucht, um den Bock zu finden. Jetzt gibt es erst einmal eine Belohnung aus dem Rucksack. |
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| Der Bock wird stilgerecht verblasen. Dann besprechen die Richter die Arbeit auf der Fährte. Ergebnis: Erster Preis. Da sind zwei ziemlich glücklich ! | |
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| "Hab ich doch gleich gesagt, dass wir Langhaar das schaffen können, aber auf mich hört ja keiner !" |
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| Der nächste bitte. Auf Fährte 7 wird "Anka vom Rothsee", eine noch sehr junge Hündin angesetzt. Auch sie meistert die schwierige Arbeit sicher auf der Fährte, auch für sie gilt: Im ersten Preis, ohne Abruf. Waidmannsheil !! |
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Zurück bei der Hütte, diemal sind die Hundeführer ganz relaxed. |
| Für die Richter gibt es noch keine Pause: Sie müssen jede Menge Papierkram erledigen. | |
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Alle anderen können den sonnigen Nachmittag auf der Hausbank vor der Hütte genießen, jetzt ganz entspannt, nach gelungener Arbeit. Und manch einer wagte sich dabei hoch hinaus: |
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| Die Spannung steigt: Am Tisch werden die Preise aufgebaut. Für die beste Schweißarbeit in jeder Disziplin gibt es einen Wanderpreis. Die Gams für die beste Schweißarbeit auf der 40 Stunden Fährte, die Sau für die beste Arbeit auf der 20 Stunden Fährte. Außerdem warten auf die erfolgreichen Hundeführer edle Tropfen aus dem Frankenland im Geschenkkarton. | |
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| Dann ist es soweit: Suchenleiter Robert Haas ergreift das Wort: Die Schlussrunde beginnt, natürlich wieder ganz stilvoll mit Hörnerklang. Schön ist das. | |
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| Die Arbeit der Hunde wird noch einmal ausführlich besprochen und dann prämiert. Suchensieger wurde der Rüde "Dodo von Buchheim" , geführt von Gertrud Helm hinter "Anka vom Rothsee", geführt von Helmut Scheuerlein. Die beiden Hunde auf der 40 Stunden Schweiß- und 40 Stunden Fährtenschuhfährte gelangten diesmal leider nicht erfolgreich zum Ziel. |
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| Bleibt noch Zeit, danke zu sagen. Denn ein ganz besonders herzliches Dankeschön gilt unserem Gastgeber, Forstdirektor Hans Sleik. Ohne Ihn wären die herrlichen Tage auf der Mörsererstube gar nicht möglich gewesen. Er hat heuer zum letzten Mal den Süddeutschen Club Langhar in den bayerischen Saalforsten willkommen geheißen, denn er geht in den Ruhestand. Suchenleiter Robert Haas, Prüfungsobmann Heinz Geubtner und unser zweiter Vorsitzende, Joachim Janisch, bedanken sich im Namen des SCL mit einem kleinen liebevoll gestalteten Bildband über 12 einzigartige Verbandsschweißprüfungen in Unken und einem Korb voller fränkischer Spezialitäten. Wir wünschen Hans Sleik alles Gute im Unruhestand und hoffen, dass er auch im nächsten Jahr bei der Verbandsschweißprüfung vorbei schaut. Herzlichen Dank ! | |
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| Kurz bevor alle aufbrechen, gibt es natürlich noch ein Gruppenfoto | |
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| Fazit: Es war wieder einmal eine unvergessliche Verbandsschweißprüfung im Heutal auf der Mösererstube. Erst wenn man das erlebt hat, kann man verstehen, warum alle immer von Unken schwärmen. Auf jeden Fall macht schon die Atmosphäre rund um diese Prüfung Lust aufs weiter machen. Selbstverständlich wollen wir nächstes Jahr wieder kommen und auf 40 Stunden führen. Denn "dabei sein" ist alles. Zunächst aber erst einmal Dankeschön an alle, die diese Prüfung organisiert und möglich gemacht haben, allen voran Robert Haas und seinen Richterteams. Sie haben keine Mühe gescheut, sind Berge rauf und runter gekraxelt, um anspruchsvolle Fährten zu legen und für erstklassige Prüfungsbedingungen zu sorgen. Danke und servus bis zum nächsten Jahr, Treffpunkt an der Mösererstube im August 2011. |
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